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Anwalt für Familienrecht in Erfurt – Kanzlei Spilker & Collegen

Sie möchten heiraten, einen Familiennamen bestimmen oder sich scheiden lassen? Unsere auf Familienrecht spezialisierten Anwälte der Kanzlei Spilker & Collegen Rechtsanwälte in Erfurt sind Ihre Ansprechpartner für alle Anliegen des Familienrechts. Ob Sie Ihren Unterhalt berechnen oder einklagen wollen oder der Nachname Ihres Kindes durch Ihre Eheschließung geändert werden muss – wir stehen Ihnen bei allen Anliegen rund um die Familie gerne zur Seite. Vereinbaren Sie einfach einen Termin und wir kümmern uns um Ihr Mandat.

Die Bezeichnung Familie leitet sich aus dem lateinischen Wort „familia“ ab, was übersetzt „Hausgemeinschaft“ bedeutet. Soziologisch versteht man demnach in unserer westlichen Auffassung die Familie als eine begründete Lebensgemeinschaft. Diese entwickelt sich ausgehend von einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, einer Ehe oder einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, wenn durch Geburt oder Adoption ein oder mehrere Kinder hinzukommen. Im klassischen Sinne besteht eine Familie damit aus einem Elternpaar oder zwei Erziehungsberechtigten sowie den (eigenen) Kindern. Kennzeichnend für eine Familie ist somit das Zusammenleben von mindestens zwei miteinander verwandten Generationen in einem Wohngebäude.

Hintergründe des Familienrechts

Die Familie als Institution übernimmt in der Gesellschaft zwei wichtige Funktionen. Zum einen ist das die biologische Funktion, das heißt, durch die Reproduktionsfunktion (Geburt von Kindern) wird neues Leben erzeugt und das Bestehen der Gesellschaft sichergestellt. Zum anderen übernimmt sie eine soziale Funktion. Durch die Übernahme von Verantwortung der Eltern ihrer Kinder gegenüber unterliegt ihnen in erster Instanz die Aufgabe der Erziehung und Sorge der Entwicklung der nachfolgenden Generation. Da die Familie sich jedoch immer aus zwei Partnern zusammensetzt und mit einer Lebenspartnerschaft oder Ehe durch Verwandtschaft weitere Parteien hinzukommen können, ist die Bindung der Familie nie vollkommen frei von Konflikten, womit sich das Familienrecht als Teilgebiet des Zivilrechts beschäftigt. Das Familienrecht regelt hierbei das Rechtsverhältnis der miteinander verbundenen Personen und darüber hinausgehende gesetzliche Vertreterfunktionen, zu denen Vormundschaft und Pflegschaft gehören. Das Familienrecht befasst sich damit u. a. im Einzelnen mit den Bereichen des Betreuungsrechts, des Ehevertrags und der Eheschließung, der häuslichen Gewalt, des Namensrechts, des Unterhalts sowie der Scheidung und das Sorgerecht nach einer Scheidung. Eine Aufgabe des Familienrechts ist es damit, dafür zu sorgen, dass familienrechtliche Vereinbarungen eingehalten werden, sodass zum Beispiel Kinder nicht unter einer Vernachlässigung der elterlichen Pflichten leiden. In den meisten Fällen kommt das Familienrecht zu tragen, wenn eine Lebenspartnerschaft aufgelöst oder eine Ehe geschieden wird.

Eheschließung und Ehevertrag

Obwohl die Ehe heutzutage nicht mehr den gleichen Stellenwert hat wie vor zwanzig Jahren, schlossen 2015 erstmals seit 15 Jahren wieder mehr als 400.000 Paare in der Bundesrepublik Deutschland den Bund der Ehe. 2018 waren es ganze 449.466 Paare, die den Bund der Ehe eingingen. Für die nächsten Jahre ist die Tendenz für Eheschließungen in Deutschland steigend. Im Familienrecht werden zur Eheschließung einige Vorschriften festgehalten, wie beispielsweise die Voraussetzungen der Eheschließung. So kann eine Ehe nur von zwei unverheirateten Personen eingegangen werden, welche auf Lebenszeit zusammenleben wollen. Seit dem 1. Oktober 2017 erlaubt der Gesetzgeber auch gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung. Die Volljährigkeit und Geschäftsfähigkeit sind ebenfalls Voraussetzung für die Eheschließung.

Im Zuge einer Eheschließung entscheiden sich einige Paare dazu, einen Ehevertrag aufzusetzen. Dies hat den Zweck, auf die individuelle Situation zugeschnittene Regelungen zu finden, da das geltende Familienrecht nicht immer passend ist. Das liegt unter anderem daran, dass viele der Gesetzgebungen aus den 1970er Jahren stammen, als Ehefrauen nach der Geburt des ersten Kindes häufig ihre Erwerbstätigkeit aufgegeben haben und so nach einer Scheidung finanziell bevorzugt werden mussten. Heute bestehen jedoch zum Großteil „Doppelverdiener-Ehen“, welche andere Regelungen im Falle einer Scheidung benötigen. Eheverträge können auch einige Jahre nach Beginn der Ehe noch aufgesetzt werden. Inhaltliche Regelungen eines Ehevertrages sind meistens der Zugewinn, der Vorsorgeausgleich, der Unterhalt sowie Hausrat und Ehewohnung. Rechtlich sind einem solchen Vertrag nur Grenzen gesetzt, wenn er gegen ein gesetzliches Verbot oder die guten Sitten verstößt oder Regelungen zu Lasten nicht im Vertrag beteiligter Dritter enthält.

Scheidung, Unterhalt & Sorgerecht

Zwar ist die Tendenz der Scheidungen in den vergangenen Jahren sinkend, jedoch lag die Scheidungsrate 2018 bei 32,94 %, womit immer noch ca. jede dritte Ehe geschieden wird. Gerade bei einer Scheidung, den damit verbundenen Entscheidungen und oftmals auch Konflikten ist es Aufgabe des Familienrechts, die Trennung anzuerkennen und die rechtlichen Pflichten beider Parteien zu klären und durchzusetzen.

Verbunden mit einer Scheidung ist die Regelung zur Zahlung von Trennungs- und nachehelichem Unterhalt. So hat beispielsweise bei Getrenntlebenden der weniger verdienende Ehepartner nach § 1361 BGB einen Anspruch auf regelmäßige Unterhaltszahlung durch den besser verdienenden Partner. Dies gilt jedoch nur, sofern Letzterer leistungsfähig ist. Nach der Scheidung bemisst sich die Höhe des Unterhalts nach den Vorschriften der §§ 1569 ff. BGB.

Ein weiteres familienrechtliches Thema im Zusammenhang mit der Scheidung sind sämtliche Angelegenheiten der Kinder (Sorgerecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Umgangsrecht und Unterhalt). Dieses kann nach einer Trennung neu geregelt werden, beispielsweise kann eine einzelne Person das alleinige Sorgerecht übernehmen. Dabei ist es wichtig, eine einvernehmliche Lösung zu finden, um das Kind nicht zusätzlich zu belasten. Nicht immer müssen Streitigkeiten zum Umgang und Unterhalt vor einem Gericht ausgetragen werden.

Gewaltschutz

Der Gewaltschutz ist ein Mittel, um Opfer vor Misshandlung, Körperverletzung und Stalking nachhaltig zu schützen. Mithilfe des Gewaltschutzes können verschiedene Schutzanordnungen durch ein Gericht getroffen werden, wie etwa Kontakt- und Näherungsverbote oder sogar eine Wohnungszuweisung.

Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass auch Gewaltschutzanträge vor den Familiengerichten verhandelt werden. Stalkt Sie jemand? Haben Sie Gewalt in der eigenen Beziehung erlebt? Nicht immer können Konflikte in Beziehungen friedlich gelöst werden. Gehen Streitigkeiten oder Trennungen mit verletzten Gefühlen einher, reagieren manche Betroffene nicht mehr rational.

Auch wenn Sie nicht verheiratet sind oder in einer Beziehung waren, können Sie eine Gewaltschutzanordnung nach § 1 GewSchG im Wege einer einstweiligen Verfügung erwirken. Oft sind an solche Anträge, damit diese auch erfolgreich sind, hohe Anforderungen gestellt, die in derartigen Ausnahmesituationen besser durch einen erfahrenen Rechtsanwalt überblickt werden.

Da das Familienrecht ein sehr komplexes und wichtiges Rechtsgebiet ist, empfiehlt sich stets eine fachliche Beratung durch einen Rechtsanwalt. Auch Namensänderungen, Eheverträge oder Unterhaltsregelungen müssen von einem Rechtsanwalt durchgeführt werden. Unsere Anwälte von Spilker & Collegen Rechtsanwälte sind auf Familienrecht spezialisiert – wir kümmern uns gerne um Ihr Anliegen zum Familienrecht und vertreten Sie vor Gericht.